Meine Malerei ist eine Präsenzpraxis. Sie beginnt mit stillem, innerem Hören und führt in eine Haltung, in der Intuition Orientierung gibt. Ich arbeite, um einen Raum jenseits von Perfektionsdruck zu öffnen – einen Raum, in dem Selbstbestimmung nicht behauptet, sondern erlebt wird. Kunst wird hier zum Training bewusster Wahrnehmung: sehen, atmen, entscheiden.
Die Bilder entstehen intuitiv und prozessorientiert. Ölkreiden, fließende Acrylfarben und Struktursand verdichten sich zu weichen Übergängen, Reliefen und rhythmischen Setzungen. In einigen Arbeiten erscheinen Affirmationen in meiner Handschrift – kurze, klare Sätze über Freiheit, Selbstliebe, Präsenz, Bewusstsein. Sie wirken nicht als Parole, sondern als leise Markierungen im Bild: Erinnerungen, im Hier und Jetzt zu landen.
Jede Schicht ist eine Entscheidung, jeder Strich ein Test für Stimmigkeit. So formt sich eine Bildlogik, die Gelassenheit mit Energie verbindet. Farbfelder pulsieren, Linien bleiben in Bewegung, Pausen schaffen Atemräume. Die Leinwand wird zur Oberfläche für ein inneres Protokoll: Was trägt? Was darf gehen? Was gibt Richtung?
Meine Praxis ist eingebettet in Rituale – Meditation, Atem- und Entspannungstechniken, Düfte. Sie schärfen die Wahrnehmung und halten den Dialog zwischen Innen und Außen offen. Das Ergebnis sind Arbeiten, die Leichtigkeit und Tiefe zusammendenken: freundlich in der Geste, klar in der Absicht.
Ich wünsche mir eine Kultur, in der Intuition als Form von Wissen gilt und Kunst der Ort ist, sie zu üben. Meine Werke laden ein, Selbstbestimmung als Alltagspraxis zu leben – entschieden, gegenwartsbezogen, frei. Freiheit und Verbundenheit schließen sich nicht aus; sie bedingen einander. Wenn ein Bild daran erinnert, den eigenen Kurs zu spüren und ihm zu vertrauen, erfüllt es seinen Sinn.